Glossar

[Bodenfonds]

Als Fonds kann man sich einen Topf vorstellen, in den viele ihren Besitz einlegen. Unter Bodenfond versteht man einen Flächenpool, also eine Vielzahl an Grundstücken, über die eine Institution/Gesellschaft (Staat, Kommune, Genossenschaft, Stiftung o.Ä.) verfügt und diese verwaltet und ggf. von dritten zu bestimmten Bedingungen genutzt werden kann.

In den Städten und auf dem Land bedarf die Konkurrenz um Flächen einer neuen Strategie. In der Stadt ist Boden knapp und überteuert, im landwirtschaftlichen Bereich werden durch Versiegelung, intensive Landwirtschaft und außerlandwirtschaftliche Investoren die Pacht- und Kaufpreise so weit hochgetrieben, dass eine konsequent ökologische – und damit Natur und Gesellschaft dienliche Landwirtschaft – nicht mehr konkurrieren kann. Neue Formen des solidarisch-gemeinschaftlichen Grunderwerbs müssen befördert werden. Gemeinwohlorientierte Bodenfonds sichern das Gut „Boden“ gegen das Marktgeschehen ab und ermöglichen die Nutzung für soziale, ökologische und am Gemeinwohl orientierte Entwicklungen. Wir fordern die Einrichtung landwirtschaftlicher und städtischer Bodenfonds und ihre Förderung durch die öffentliche Hand. Dabei soll auf bestehende Strukturen wie Stiftungen, Genossenschaften, kommunale revolvierende Bodenfonds und andere zivilgesellschaftliche Projekte aufgebaut, sollen bestehende Kooperationen verstärkt und Instrumente für die Grundausstattung der Bodenfonds entwickelt werden. Fiskalerbschaften, leistungslose Planungswertgewinne und Teile des Bodenwertzuwachses sind für Bodenfonds zu nutzen.