Glossar

[Genossenschaft]

Die Genossenschaft ist eine seit langem bewährte und beliebte Rechtsform für gemeinschaftliche wirtschaftliche Tätigkeiten, die zugleich mit sozialen Zielen für ihre Mitglieder bzw. die Gemeinschaft verbunden sind. Zentrale Merkmale des Genossenschaftsgedankens sind Selbsthilfe und Selbstverwaltung; Genossenschaften ermöglichen daher ein hohes Maß an Mitbestimmung und Mitwirkung ihrer Mitglieder. Das höchste Organ ist die Generalversammlung bzw. Mitgliederversammlung. Sie bestimmt die Grundlinien der wirtschaftlichen Tätigkeit, während die operative Geschäftsführung beim Vorstand liegt. Vorstand und Aufsichtsrat werden von der Generalversammlung gewählt. Dort hat jedes Genossenschaftsmitglied in der Regel eine Stimme – unabhängig von der Höhe seiner Geschäftsanteile. Das Genossenschaftsmodell erlaubt, ähnlich wie bei Vereinen, einen unkomplizierten Ein- und Austritt der Mitglieder. Mitglied kann werden, wer einen Mindest- bzw. Pflichtanteil einzahlt und der Genossenschaft beitritt. Die Eigenkapitalbildung in Genossenschaften erfolgt vornehmlich über diese Einlagen ihrer Mitglieder. Wer später wieder aus der Genossenschaft austritt, erhält seine Geschäftsanteile innerhalb der satzungsmäßigen Frist (maximal fünf Jahre) in nominaler Höhe zurück. Dafür muss eine Genossenschaft entsprechende Rücklagen bilden. Damit eine Genossenschaft rechts- und geschäftsfähig ist, muss sie ins Handelsregister eingetragen werden. Das setzt eine positive Begutachtung der geplanten wirtschaftlichen Tätigkeit durch einen genossenschaftlichen Prüfungsverband voraus. Genossenschaften sind in ganz unterschiedlichen Geschäftsfeldern tätig: Weit verbreitet sind Wohnungs- und landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften, aber es etablieren sich mittlerweile auch quartiersbezogene Genossenschaften, die zum Beispiel auf eine bessere Versorgung der örtlichen Bevölkerung – und nicht nur ihrer Mitglieder – mit Gütern und Dienstleistungen zielen.